2008.08 Frankreich Hausboot

Tagebuch einer 2-wöchigen Hausbootreise
am Canal du Rhone a Sete in Südfrankreich

Nachdem wir in einer Reisezeitung vom Hausbootfahren gelesen hatten, beschlossen wir dass wir das einmal probieren wollen. Das Ziel war mit Südfrankreich schnell gefunden. Der Vermieter mit dem Hausboot Böckl in Wien auch. Dort wurden wir sehr kompetent beraten und schnell war ein Boot für den Sommer gebucht. Dazu muss man sagen dass man ca. im Februar buchen muss, wenn man die Auswahl von Termin und Boot haben will. Der August ist zwar für das Hausbootfahren ein super Termin, die An und Abreise ist aber wegen dem vielen Verkehr eine Herausforderung mit vielen Staus. Am Kanal selbst ist es kein Problem, da die Anzahl der Mietboote beschränkt ist.

Anreise: Graz > Cannes Mandellieu (Übernachtung) > Belegarde
Heimreise: Belegarde > Cannes Mandellieu (Übernachtung) > Graz
Gefahrenen Kilometer: 2500 (mit dem PKW)
Gefahrene Strecke mit dem Hausboot: Bellegarde > St. Gilles > Aigues-Mortes > Carnon > Frontignan > Villeneuve > Frontignan > Carnon > Aigues-Mortes > St. Gilles > Bellegarde
Boot: Nicols DUO
Besatzung: meine Frau und ich
Datum: 14.08.2008 bis 31.08.2008 (Bootstrip)
Wetter:  immer schön (wenn Engel reisen 😉 )

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14.08.2008  – 16.08.2008
Graz – Mandelieu – Bellegarde 

Am Donnerstag in der Früh sind wir in Graz in Richtung Frankreich aufgebrochen. Nach einer Übernachtung in Mandelieu bei Cannes sind wir am 16. 08. 2008 um ca. 17:00 Uhr an der Nicols-Basis Bellegarde angekommen. Für die knapp 230 km von Mandelieu haben wir wegen dem Stau fast einen halben Tag benötigt.

16.08.2008
Basis Bellegarde

An der Basis war bereits das übliche hektisches Treiben, jeder wollte als erstes sein Boot bekommen und so schnell wie möglich wegfahren. Gegen 18:00 haben wir unsere Nicols Duo übernommen. Die Einschulung und Übernahme hat nur ca. eine viertel Stunde gedauert, da wir keine Probefahrt machen konnten. Es gab nämlich eine unliebsame Überraschung. Der Vormieter hatte die Antriebschraube verbogen und es nicht gemeldet, d.h. sie musste gewechselt werden. Und das war erst am Montag beim Kran im Nachbarort Beaucaire möglich, d.h. wir hatten einen erzwungenen Ruhetag in der Basis. Da wir uns von so etwas den Urlaub nicht vermiesen lassen wollten, sind wir mit dem Auto zum nächsten Supermarkt gefahren und haben Vorräte gebunkert und danach in der Bordküche ein Abendessen gezaubert. Die Nacht haben wir im Hafen der Basis verbracht. Als Entschädigung für die Probleme mussten wir 2 Tage das Hausboot nicht bezahlen

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17.08.2008
Bellegarde > Beaucaire (1 Schleuse)

Tagsüber haben wir uns mit dem Hausboot vertraut gemacht, ein wenig gefaulenzt, die Umgebung erkundet und am Abend sind wir mit einem Basismitarbeiter im Schleichtempo wegen den Vibrationen nach Beaucaire gefahren. Unterwegs mussten wir eine Schleuse passieren und ich wurde aufs Boot eingeschult. In Beaucaire haben wir in der Nähe des Krans angelegt und übernachtet.
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18.08.2008
Beaucaire > Bellegarde > St. Gilles (1 Schleuse)

In der Früh haben wir uns Beaucaire angesehen, frisches Baguette eingekauft und nachdem die Schraube getauscht war, sind wir alleine Richtung St. Gilles aufgebrochen. Der eigentlich so breite Kanal ist über Nacht scheinbar sehr schmal geworden (zumindest ist mir das so vorgekommen 🙂 ). Das Anlegen in St. Gilles (Heck nach hinten) war ein ziemliches Chaos, aber schlussendlich haben wir es doch geschafft. Der Ort selbst hat uns nicht gefallen da es ein wenig schmutzig war.
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19.08.2008
St. Gilles > Aigues Mortes

Vor St. Gilles sind wir bei einer roten Ampel (!) einige Zeit gestanden und haben uns nicht ausgekannt. Später haben wir dann gesehen das es eine drehbare Eisenbahnbrücke war und gerade ein Zug durch gefahren ist. Aigues Mortes ist eine schöne geschäftige Stadt mit sehr vielen Touristen. Sehr sehenswert sind die vollständig erhaltene Stadtmauer, die Altstadt und die Tour de Constance (der Wehrturm). Vor Aigues Mortes ist uns ein Frachtschiff entgegen gekommen, zum Glück an einer Stelle an der genug Platz (auch für uns) zum Ausweichen war.
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20.08.2008
Aigues Mortes > Carnon (1 Drehbrücke)

Der heutige Tag war geprägt von einer wunderschönen Landschaft. Wir sahen viel blühenden Lavendel, unzählige Flamingos, Esel und Rinder. Der Kanal wurde langsam ein wenig schmäler. Unterwegs mussten wir eine Drehbrücke passieren. Das war eine Fußgängerbrücke die mit einem Außenboardmotor auf die Seite geschwenkt werden konnte, wenn ein Boot passieren wollte.
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21.08.2008
Carnon > Frontignan > Etang de Thau >  Bagnas vor Schleuse (1 Hubbrücke )

Zwischen Carnon und Frontignan gibt es ein ca. 9 km langes gerades Stück Kanal, das sehr eng ist. Im Hausbootführer steht dass man wenden muss falls einem ein Frachter entgegen kommt. Wir hatten Glück, bis auf ein paar Hausboote hatten wir keine Begegnungen. Die Hubbrücke in Frontignan war offen (13:30),so konnten wir ohne Stopp durchfahren. Am Anfang des Etang haben wir versucht den Wetterdienst anrufen, haben ihn aber nicht erreicht. Grund für den Anruf war, dass es bei zu viel Wind mit Hausbooten verboten ist den Etang zu befahren. Vielleicht war zu wenig Wind an diesem Tag und deswegen war keiner erreichbar.  Vorbei an den Austernzuchten sind wir dann in den Canal du Midi gefahren und haben vor der schon geschlossenen Schleuse von Bagnas unser Nachtlager aufgeschlagen
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22.08.2008
Bagnas vor Schleuse > Villeneuve (2 Schleusen)

Der Tag war ein wenig stressig für uns Anfänger und geprägt von vielen schmale Brücken, Schleusen, Flussdurchfahrten und einer Hochwasserschleuse. Eigentlich ist das typisch für den Canal du Midi den wir inzwischen befuhren, das wussten wir aber damals noch nicht. Wir mussten durch 2 Schleusen und haben dann in Villeneuve unser Nachtlager aufgeschlagen
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23.08.2008 und 24.08.2008
Villeneuve

Da es uns hier sehr gut gefallen hat, sind wir 2 Tage geblieben und haben mit den Fahrrädern ein paar Ausflüge gemacht .Wir sind zur Schleusentreppe in Beziers (7 Schleusen hintereinander) gefahren und haben dann auch die Stadt besichtigt.
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25.08.2008
Villeneuve > Agde >Bagnas nach Schleuse  (2 Schleusen)

Da die erste Woche jetzt vorbei war, haben wir gewendet und sind zurück in Richtung Basis Bellegarde gefahren.  In Agde mussten wir vor einer Schleuse warten und haben wie immer den Motor abgestellt. Als wir wieder starten wollten, ist der Motor nicht mehr angesprungen. Wir haben uns bei der Basis in Bellegarde gemeldet und knapp 2 Stunden später war der Servicetechniker da und hat den defekten Startknopf getauscht. Nach diesem Intermezzo sind wir wieder zu der Schleuse von Bagnas gefahren, bei der wir auch schon bei der Hinfahrt übernachtet hatten.

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26.08.2008
Bagnas nach Schleuse  > Frontignan

Den Wetterdienst haben wir diesmal auch nicht erreicht, aber es war diesmal am Etang windig und es gab unangenehme Wellen. Die Überfahrt war ein wenig „wackelig“, da die Hausboote wegen dem geringen Tiefgang und dem hohen Schwerpunkt für Seegang nicht wirklich optimal sind. Wir haben versucht in einem der Häfen am Etang einen Liegeplatz zu finden, sind aber gescheitert. Teilweise waren die Hafen zu voll, teilweise haben wir einfach einen „Umstandsanfall“ gehabt. Somit blieb uns nichts über als weiter bis Frontignan zu fahren, und vor der geschlossenen Hubbrücke zu übernachten. Die Brücke öffnet nur drei Mal am Tag (08:30, 13:30 und 16:00) und die Boote Richtung Etang haben Vorrang. Die Stadt Frontignan ist eigentlich ganz nett, allerdings haben sich eigenartige Gestalten im Hafen herum getrieben, die uns bei der Nachtruhe dann doch ein wenig beunruhigt haben.
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27.08.2008
Frontignan > Carnon (1 Hubbrücke)

Am nächsten Tag sind wir, nachdem die Brücke um 08:30 geöffnet wurde, weiter Richtung Carnon gefahren. Wir haben uns wieder an der wunderschönen Natur erfreut. Am Abend kurz vor Sonnenuntergang ist ein riesiger Schwarm von Flamingos über uns hinweg geflogen, ein wirklich beeindruckendes Bild.
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28.08.2008
Carnon > Aigues Mortes (1 Drehbrücke)

Vor der Drehbrücke mussten wir ein wenig warten, sonst gab es keine Probleme. In Aigues Mortes haben wir uns im Hafen wieder einen Platz gesucht und haben uns dann in das Nachtleben der Stadt gestürzt.
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29.08.2008
Aigues Mortes > Bellegarde
Die Landschaft ist nicht mehr so schön und schön langsam kommt die Wehmut dass der Urlaub zu Ende geht. Am Abend haben wir in der Basis bei Bellegarde angelegt, und begonnen das Boot wieder auszuräumen, zu putzen und das Auto wieder einzuräumen. Am Abend haben wir noch in der von außen sehr „bescheiden“ aussehenden Hafenkneipe ausgezeichnet gegessen.
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30.08.2008
Basis Bellegarde – Mandelieu 

In der Früh war wieder das hektische Treiben da jeder der erste sein wollte der das Boot zurück gibt. Die Rückgabe war schnell und problemlos erledigt und wir sind mit dem Auto Richtung Cannes gefahren. In Mandelieu bei Cannes haben wir wieder im selben Hotel, in dem wir bei der Hinreise waren, eingecheckt.

31.08.2008
Mandelieu bei Cannes – Graz